
Der Hungerstreik des brasilianischen Franziskanerbischofs Luiz Flavio Cappio zusammen mit den Sozialbewegungen Brasiliens zeigt eine beachtliche Wirkung. Im Februar 2008 debattiert der Senat im Kongress einen ganzen Tag lang erstmals mit Cappio, mit Ministern und Wissenschaftlern. Man streitet über Konsequenzen des gigantischen Flussumleitungsprojekts am Rio Sao Francisco, das 2007 von der Armee in Angriff genommen worden war. Vor Weihnachten 2007 hatte Bischof Cappio durch diesen 24-tägigen prophetischen Gestus gegen das umstrittene Projekt weltweit Aufsehen erregt.
Das Vorbild für Bischof Cappio: Franz von Assisi, der sich Anfang des 13. Jahrhunderts mit den Opfern der entstehenden Industrie solidarisierte. Franziskus entledigte sich auf dem Platz von Assisi seiner Kleider. Die Technik, mit der sein Vater diese Tücher produzieren ließ, brachte Kunsthandwerker um ihre Arbeit und ihr Einkommen und verdammte sie damit ins Elend.
Wir publizieren dieses Heft mit Briefen und Texten von Bischof Cappio, mit Deutungen von Weggefährten und Theologen. Das tun wir, um sein prophetisches Engagement zu stützen, aber auch um Opfer der Verhältnisse willen, denen dieser prophetische Gestus gilt, und in der franziskanischen Tradition, die heute wieder Menschen zu mobilisieren vermag.
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Disput - Die Armen in der Theologie? (PDF; 2,1 MB)